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Leben

"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn, ich werde den letzen vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn."
(Rilke: Das Buch vom schönen Leben)

Student Kutter

Peter Kutter wurde 1930 in der kleinen Provinzstadt Heidenheim in Württemberg geboren und wuchs in einem Arzthaushalt auf. Die Vorfahren väterlicherseits stammten aus Ravensburg und waren Kaufleute; die mütterlicherseits aus Mecklenburg und waren Bauern und Fischer.

Die sozialen Gegensätze zwischen Arbeitern und Akademikern lernte er schon als Kind hautnah kennen. Selbstverständlich sensibilisierten ihn auch die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit für alle Formen von Gewalt und Propaganda. Kutter war ein typischer Vertreter der "skeptischen Generation" (Schelsky 1959).

Sein Medizinstudium absolvierte er in Mainz, München, Göttingen und Heidelberg. Promotion zum Dr. med. 1955. Peter Kutter war im Grunde seines Herzens Arzt.

Er war von 1956 bis 1964 Assistenzarzt am Krankenhaus Bad Cannstatt (bei Beckmann, Schettler und Demling), im Katharinen-Hospital (bei Spang) und im Bürger-Hospital (bei Haug) in Stuttgart, war Facharzt sowohl für Innere Krankheiten als auch für Neurologie und Psychiatrie. Daber merkte er bald, dass bei vielen Kranken keine organische Ursache gefunden wurde. Er stellte an den Kranken der Inneren Klinik fest ("Psychogene Körperstörungen in der Inneren Klinik". In: Krankheit als psychisches Phänomen. Klett-Stuttgart 1964, 164-184), dass bei 23 % psychische Faktoren eine wesentliche Rolle spielten. Die Psychiatrie konnte dabei nicht helfen, wohl aber das damalige Stuttgarter Institut für Psychotherapie, wo man sich in Abendkursen berufsbegleitend in Psychoanalyse und Psychotherapie weiterbilden konnte. Kutter wäre gern Chefarzt einer psychosomatischen Abteilung geworden, entweder in der Psychiatrie im Bürgerhospital oder in der Inneren Medizin am Katharinenhospital; es gab sogar über Prof. Spang Aktivitäten in Richtung auf eine medizinische Hochschule in Stuttgart. Daraus wurde nichts; weil das Land gerade die Universitäten Konstanz und Ulm plante.

Assistenzarzt Kutter

Mit Kutters Wechsel von der medizinischen Praxis zu Psychotherapie und Psychoanalyse hat die Medizin einen geschätzten Arzt verloren, die Psychoanalyse aber einen begeisterten Freud-Nachfolger gewonnen.

Peter Kutter war glücklich verheiratet und hatte vier erwachsene Kinder. Er lebte zuletzt in Stuttgart auf der Rohrer Höhe (500 m), am Waldrand. Er liebte die Natur, spielte noch Klavier, las gern, z. B. neue Literatur von Peter Handke oder Bodo Kirchhoff, interessierte sich für die Geschichte der NS-Zeit, für Theologie (Küng, Karl Rahner, Hermann P. Siller, Yorick Spiegel, Friedrich Weinreb), für Philosophie (Martin Heidegger, Karl Jaspers, Jürgen Habermas), liebte Reisen, wanderte gern; übte sehr früh Jogging und Walking, nutzte ein Pedelec.

Peter Kutter erkrankte im Januar 2012 an Krebs. Die verschiedenen Therapien waren nur teilweise wirksam, ermöglichten ihm aber noch ein "geschenktes Jahr" 2013. Er starb im Mai 2014 im Kreise seiner Familie.

 

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26.01.2013